Logo der Universität Passau

Zitation von KI-Inhalten

Die Nutzung generativer KI im Studium und Forschung erfordert eine nachvollziehbare Kennzeichnung und Dokumentation, um sowohl die eigene Arbeitsweise transparent zu halten als auch wissenschaftlichen Standards gerecht zu werden.

Werden Texte mit KI-Tools generiert, müssen sie stets als solche ausgewiesen werden, sonst kann die Einstufung als Täuschungsversuch drohen. Auch wenn die Regelungen für die KI-gestützte Literaturrecherche oft weniger strikt sind, empfiehlt sich auch hier die klare Offenlegung des Einsatzes, vor allem wenn die KI bei zentralen Arbeitsschritten wie der Literaturauswahl oder der Dokumentenanalyse zur Anwendung kam.

Entscheidend ist, dass die wissenschaftliche Arbeit eine eigenständige Leistung bleibt, bei der Studierende und Forschende die Verantwortung für Inhalt und Korrektheit tragen. Da die Anforderungen zwischen Disziplinen und Lehrstühlen variieren, sind stets die Vorgaben der betreuenden Dozierenden und des Fachbereichs zu beachten.

Die folgenden Ausführungen sollen lediglich als Orientierungshilfe dienen und können sowohl einzeln als auch kombiniert verwendet werden:

Die Richtlinien verbreiteter Zitationssysteme (APA, MLA, Chicago Style) bieten Orientierung, um KI-generierte Passagen als direkte oder indirekte Zitate kenntlich zu machen.

Zweck:

  • Erfüllung wissenschaftlicher Standards (korrekte Zitierweise)
  • Eindeutige Kennzeichnung, ob es sich um direkte oder indirekte Übernahmen handelt

Beispiel im APA Style aus folgendem APA-Artikel:

  • Zitat im Text:

    When given a follow-up prompt of “What is a more accurate representation?” the ChatGPT-generated text indicated that “different brain regions work together to support various cognitive processes” and “the functional specialization of different regions can change in response to experience and environmental factors” (OpenAI, 2023; see Appendix A for the full transcript).
  • Im Literaturverzeichnis:

    OpenAI. (2023). ChatGPT (Mar 14 version) [Large language model]. https://chat.openai.com/chat

In der Einleitung, dem Methodenteil oder in Fußnoten lässt sich erläutern, wie KI in einzelnen Phasen des Forschungsprozesses (z. B. Literaturrecherche, Ideenfindung, Textgenerierung oder Textüberarbeitung) zum Einsatz kam.

Zweck:

  • Technische Dokumentation des KI-Einsatzes
  • Ermöglicht Nachvollziehbarkeit und Replikation des Prozesses

Beispiel Dokumentation des KI-Einsatzes bei der Forschungsfrage:

  • "Zur Präzisierung der Forschungsfrage wurde OpenWebUI als Diskussionspartner genutzt. Das Tool analysierte vorläufige Fragestellungen und generierte alternative Formulierungsvorschläge. Die finale Forschungsfrage wurde eigenständig entwickelt, wobei selektiv zwei Anpassungen des Tools übernommen wurden (z.B. zur Eingrenzung des Untersuchungszeitraums)."

Eine kurze Erläuterung, wie KI den Forschungsprozess beeinflusst hat, kann im Schlussteil der Arbeit stehen. So kann die KI-Unterstützung richtig eingeordnet und auf mögliche Limitationen hingewiesen werden.

Zweck:

  • Wissenschaftliche Einordnung der KI-Nutzung
  • Bewertung von Nutzen und Limitationen
  • Erkenntnisse für künftige Forschung

Beispiel im Fazit/Diskussionsteil:

  • „Der Einsatz von ChatGPT-4 zur Generierung von Interviewfragen erwies sich als wertvoll, um standardisierte Fragebögen um unerwartete Perspektiven (z.B. ‚Inwiefern beeinflusst Algorithmen-Personalisierung Ihr Selbstbild?‘) zu erweitern. Allerdings neigte das System dazu, kulturell unspezifische Formulierungen vorzuschlagen – diese wurden systematisch angepasst, indem sie mit lokal relevanten Studien (z.B. zur Mediennutzung in Deutschland) abgeglichen wurden. Diese Erfahrung unterstreicht: KI kann als kreativer Impulsgeber dienen, aber kulturelle und methodische Sensibilität muss stets vom Forschungsteam geleistet werden.“

Eine separate Dokumentation im Anhang ermöglicht eine strukturierte Übersicht über den KI-Einsatz, etwa in tabellarischer Form mit Angaben zu Arbeitsschritt, genutztem Tool und Ergebnis.

Zusätzlich sollten KI-generierte Inhalte lokal gespeichert werden, um sie später nachvollziehen zu können. Dies ist besonders bei längeren Prozessen wichtig, wo sonst der Bezug zum ursprünglichen Input verloren gehen könnte.

Zweck:

  • Schafft Transparenz über verwendete Tools, Arbeitsprozesse und Ergebnisse
  • Dient als Referenz für mögliche Rückfragen oder Überprüfungen

Beispiel

Kontakt

Anja Richter

Anja Richter

Teaching Librarian for AI Literacy

Anja.Richter@uni-passau.de

Ich bin damit einverstanden, dass beim Abspielen des Videos eine Verbindung zum Server von Vimeo hergestellt wird und dabei personenbezogenen Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) übermittelt werden.
Ich bin damit einverstanden, dass beim Abspielen des Videos eine Verbindung zum Server von YouTube hergestellt wird und dabei personenbezogenen Daten (z.B. Ihre IP-Adresse) übermittelt werden.
Video anzeigen